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Kino Arsenal by Lilly Flowers |
Unsere
ersten drei Filme haben wir nun hinter uns. Überraschend einig waren
sich die Regisseure darin, ihre Figuren unter Sprachlosigkeit leiden
zu lassen, wir litten mit. In Lamma shoftak / When I Saw You
fehlt dem elfjährigen Jungen, der mit seiner Mutter in einem
Flüchtlingslager angekommen ist, sein gewohntes Zuhause, er hat
kein eigenes Bad, schlechtes Essen und einen mieser Lehrer. Er
vermisst seinen Vater, will weg und haut ab. Im Wald wird er von ein
paar Männern aufgelesen und in ein Rebellencamp mitgenommen. Seine
Mutter findet ihn und bleibt auch dort. In schönen Bildern, die der
Kargheit der Situation widersprechen, trifft im Camp die
Lagerfeuerromantik auf körperlichen Drill. Doch auch hier hält es
der Junge nicht aus, findet nicht, was ihm fehlt und haut wieder ab.
In
dem in Kairo spielenden Al-Khoroug Lel-Nahar / Coming Forth By Day
lebt die erwachsene Tochter bei ihren Eltern und pflegt mit der
Mutter den bettlägrigen Vater. In warmen Farbtönen, die jedoch die
angespannte Atmosphäre nicht verbergen können, sehen wir die enge
Wohnung mit den Betten und dem Fernseher. Das Leben der zwei Frauen
dreht sich um die Pflege des Vaters. Doch in ihren Augen glimmen
andere Wünsche. Doch außer einem einsamen Streifzug durch die Stadt,
scheint für die Tochter kein außerhalb der Situation möglich. Und obwohl die Stadt viele Menschen und Geräusche bietet, findet sich
für die Drei dort kein Platz.
Fynbos
ist der Name einer Villa mit weitem Gelände in den Hügeln von
Südafrika. Diese muss der Immobilienhändler Richard schnell
verkaufen, um durch Schulden sein bisheriges Leben nicht zu
verlieren. Das Haus ist schön, das Gelände ist schön, doch das
Grundstück liegt sehr einsam. In dem langsam begonnen Setting wird
das weiße und das schwarze Südafrika deutlich, als Meryl, Richards
Frau, verschwindet. Zu den auf dem Grundstück befindlichen Weißen,
kommen schwarze Polizisten. Die Villa liegt weit außerhalb, in einer
Gegend mit meist schwarzen Einwohnern. Doch wieso ist die Frau
verschwunden? Schon davor hat sie sich uns Zuschauern entwunden,
passte sich nicht ein in den Verlauf. Unser Helfersyndrom poppte auf,
was hat sie denn? Wir sehen ja auch viele Probleme, doch gibt es
keinen anderen Weg, sie zu lösen, als sich aus dem Verständnis der
anderen auszuklinken?
Wir
werden jetzt beim Einschlafen noch etwas über die Botschaften der
Filme nachdenken. Doch unser Ratschlag, so ad hoc: sagt doch eurem
Gegenüber, was euch bewegt - und du, Gegenüber, hör auch zu.
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